Was bedeutet Medienkompetenz eigentlich genau?

Digitalcourage e. V. untersucht den Begriff „Medienkompetenz“ und definiert seine Bedeutung. Besonderer Fokus liegt dabei auf dem Datenschutz aber auch auf der kritischen Reflexion der Funktionsweisen der IT und des Internets und welche Rolle Schulen, Eltern und Regierung dabei als Vorbilder spielen. Nicht zuletzt wird der nette Begriff „smart“ hinsichtlich Überwachung und Marketing hinterfragt: https://digitalcourage.de/blog/2020/datenschutz-als-medienkompetenz

„Ein Drittel der deutschen Schüler sind digitale Analphabeten.“

Aufschlussreicher Artikel, wie es um die Medienkompetenz von Jugendlichen in Deutschland steht. Demzufolge geht es auch um Partizipation und Gesellschaft: https://www.deutschlandfunk.de/digitale-analphabeten-warum-schueler-in-deutschland-auf.724.de.html?dram:article_id=469899&utm_source=pocket-newtab
Informationen zur im Artikel erwähnten ICIL-Studie zur Medienkompetenz von Achtklässlern: https://www.bildungsserver.de/International-Computer-and-Information-Literacy-Study-ICILS–11270-de.html

„Digitale Selbstverteidigung“ nicht nur im Advent

Digitalcourage hat das letzte Jahr mit einem sehr informativen Adventskalender ausklingen lassen. Unter dem Motto „Digitale Selbstverteidigung“ verbirgt sich hinter jedem Türchen ein Thema, um sich Schritt für Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstschutz und Freiheit zu wappnen. Das könnte auch ein guter Vorsatz fürs neue Jahr sein. Viel Spaß beim Stöbern: https://digitalcourage.de/adventskalender

Buchtipps für den Wunschzettel

Sibylle Berg: GRM Brainfuck
Sibylle Berg schreibt über eine Gesellschaft, die ich für wenig lebenswert halte. Die sowohl digitalen als auch analogen Lebensrealitäten ihrer Protagonist*innen schrammen dabei bereits an unserer Gegenwart. Es geht um Digitalisierung im Kapitalismus. Das Buch schockiert & stimmt nachdenklich. Lieblingszitat: „Es scheint an manchen Tagen aussichtslos, das Netz zu retten. Eigentlich interessiert es auch kaum jemanden, die Menschen verstehen ja nicht einmal, wie ein Mobiltelefon funktioniert, vom Internet nicht zu reden. Man drückt auf etwas, und dann kann man ein Foto von sich ins Netz stellen. Geil.“ S. 307

Marc-Uwe Kling: Qualityland
Im Land der Superlative herrscht das System RateMe. Die Nutzer (Menschen) werden nach Leveln eingestuft. Auf Basis von Daten. Zugriff auf die Daten erfolgt mit einem Kuss auf das QualityPad.
Das Buch ist lustig & stimmt nachdenklich. Lieblingszitat: „„All denjenigen, die bis heute hinterm Mond gelebt haben“, sagt Oliver, „empfehle ich, sich schleunigst ein Benutzerkonto anzulegen. Die Anmeldung und der erste Partner sind kostenlos! Ihr könnt euer Glück natürlich auch in der analogen Welt versuchen – was aber wahrscheinlich bedeutet, Single zu bleiben.“ S. 45

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft oder Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst
Auf wikipedia habe ich über Jaron Lanier gelesen: „… er befürchtet eine „digitale Barbarei“ durch die Aktivität von Massen in der Onlinewelt.“
Das ist eine ernüchternde Sicht eines Internet-Pioniers & beide Bücher kommen auf meinen persönlichen Wunschzettel.

Dirk von Gehlen: Das Pragmatismus-Prinzip – 10 Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen
Jan Böhmermann sagt: „Dieses Buch ist besser als das Internet“
Das Buch fördert den Perspektivwechsel. Lieblingszitat: „Beispielsweise sind Smartphones an bayerischen Schulen grundsätzlich verboten. Man muss gar nicht auf die stimulierende Wirkung von Verboten hinweisen, um zu erkennen, dass ein grundlegendes Verbot nicht zu einem gelassenen Umgang mit den neuen Geräten führen wird. Stattdessen müssten diese Geräte zum Bestandteil des Unterrichts gemacht werden. Wie bei einem Instrument, das man spielt, kann nur die kontinuierliche Übung zu einem verbesserten Umgang damit führen.“ S. 176

Handreichung „Digitale Mündigkeit“ von Leena Simon

Selbstpräsentation: „Computer sind komplex. Sie bis ins letzte Detail zu verstehen, grenzt an Unmöglichkeit. Wer Wert auf ein freies und selbstbestimmtes Leben legt, kommt um ein Mindestmaß an Computerverständnis nicht umhin. Gleichzeitig haben sie immer größeren Einfluss auf unser Leben, unser Denken und Handeln. Damit wir für die technischen Entwicklungen als Gesellschaft Verantwortung übernehmen können, sollten wir unabhängig davon entscheidungsfähig sein. Um mündig zu sein, ist es nicht nötig, alles immer und in jedem Augenblick perfekt zu machen. Digitale Mündigkeit bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln im digitalen Raum selbst zu tragen.“
Absolut lesenswert mit vielen Tipps für „Angewandte digitale Mündigkeit“: https://shop.digitalcourage.de/files/Digitale_Mundigkeit_Leena_Simon_Erstauflage.pdf

Smartphone – Zeitfresser und universelles Arbeitsmittel

Der Wunsch nach Grenzen und Regeln für die Smartphone-Nutzung ist allgegenwärtig. Und das Bedürfnis nach einem klar definierten Rahmen ist groß. Wo ist das Rezept, das man einfach umsetzen kann und alles wird gut? Gibt’s leider nicht – aber jede Menge Experten (zum Beispiel die nachfolgenden), die sich damit auseinandersetzen und ihre Überlegungen und Erfahrungen teilen:

Hilfe bei uns wohnt ein Smartphone – Der Social-Media-Podcast (nicht nur) für Eltern
Folge 5: Limits und Regeln fürs Smartphone
http://smartpodcast.online/folge005

Patricia Cammarata „Bitte nur noch 5 Minuten – warum Medienzeitbegrenzungen unseren Kindern die Zukunft rauben“
https://dasnuf.de/bitte-nur-noch-5-minuten

Und auch ganz interessant:
https://www.littleyears.de/blog/wieviel-kind-im-netz-ist-okay

Künstliche Intelligenz II – Moralmaschine

Hochspannend ist die Moralmaschine von Wissenschaftlern des MIT Media Labs. „Die Plattform erfasst, wie Menschen zu moralischen Entscheidungen stehen, die von intelligenten Maschinen, wie z. B. selbstfahrenden Autos, getroffen werden.“ Man schlüpft in die Rolle einer Maschine (z. B. selbstfahrendes Auto) und muss vor einer ausweglosen Unfallsituation für das geringere Übel entscheiden – beispielsweise ob 2 Obdachlose, eine Frau, ein Mann und ein Kind oder 5 Athleten überfahren werden. „Ziel [des Forschungsprojektes über die Ethik von autonomen Maschinen] ist dabei nicht, ein Urteil über einzelne Personen zu fällen, sondern der Öffentlichkeit zu helfen, über wichtige und schwierige Entscheidungen nachzudenken.“
Selbstpräsentation: „Intelligente Maschinen werden zunehmend eingesetzt, um komplexe, vom Menschen durchgeführte Tätigkeiten, zu unterstützen oder gar komplett zu übernehmen. Das Spektrum reicht von selbstfahrenden Autos auf öffentlichen Straßen bis hin zu autonom fliegenden, wiederverwendbaren Raketen, die auf selbstnavigierenden Schiffen landen. Der hohe Grad an Selbstständigkeit, der diesen intelligenten Maschinen hierbei zugestanden wird, kann dazu führen, dass sie Entscheidungen über Leib und Leben treffen müssen. Dies erfordert nicht nur ein besseres Verständnis dafür, wie Menschen solche Arten von Entscheidungen treffen, sondern auch dafür, wie Menschen den Entscheidungsprozess von intelligenten Maschinen beurteilen.“
http://moralmachine.mit.edu/ (die mobile Version ist nicht ganz so gelungen wie die Desktop-Version)
Auch sehr interessant – Vergleiche der Entscheidungen nach Ländern:
http://moralmachineresults.scalablecoop.org/