Online-Eltern-Seminare 2020

 „Wie lange, wie oft und was? Medienerziehung ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein großes Thema in der Familie, hat aber an Aktualität gewonnen. Lernvideos auf Videoplattformen sind das Eine, der ständige Austausch mit Freunden beim Fortnite spielen ist das Andere. Unsere Eltern-Medien-BeraterInnen geben hier Rat, Hilfe und Unterstützung – wegen der Beschränkungen für Veranstaltungen in Schulen als Online-Eltern-Seminare. Hier ein Überblick über alle Themen und Termine bis zum Jahresende 2020. Melden Sie sich an! Die Seminare sind kostenlos und dauern jeweils 60 Minuten. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.“ https://eltern-medien-beratung.de/online-eltern-seminare 
ELTERN MEDIEN BERATUNG ist ein Angebot der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. 

Was ist Informations- und Nachrichtenkompetenz?

„Mit der Digitalisierung hat sich die Mediennutzung grundlegend verändert. Informations- und Nachrichtenkompetenz ist deshalb für einen selbstbestimmten, bewussten und kritischen Umgang mit Medien essentiell.“ sagt Dr. Anja Zimmer, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb).

Die mabb steht für Medienvielfalt und fördert z. B. Medienkompetenzprojekte. Sie gestaltet aber auch Veranstaltungen zur Informations- und Nachrichtenkompetenz. Im September bin ich auf dieses Panel beim Media Convention Berlin Impact Day gestoßen: Do it yourself? Informations- und Nachrichtenkompetenz zwischen (außer)schulischem Curriculum, Eigenverantwortung und journalistischer Sorgfaltspflicht: https://20.mediaconventionberlin.com/en/session/do-it-yourself-informations-nachrichtenkompetenz-zwischen-ausserschulischem-curriculum

Ich frage mich, ist „Informations- und Nachrichtenkompetenz“ das gleiche wie „Medienkompetenz“? Und wie wird Informations- und Nachrichtenkompetenz genau definiert? Ich habe mal reingeschaut, zugehört und Antworten auf meine Fragen bekommen:

Offenbar kommt der Begriff der „Medienkompetenz“ noch aus der Fernsehwelt, sodass er im Zeitalter des Internets „an Schärfe verloren hat“, sagt Kristian Kunow von der mabb. Um der Informationsflut gerecht zu werden, braucht es explizit „Informations- und Nachrichtenkompetenz“. Und das bedeutet :

  • ich brauche die Fähigkeiten eines Journalisten
  • ich brauche die Fähigkeiten eines Kommunikationswissenschaftlers
  • ich brauche die Fähigkeiten eines FactCheckers
  • ich brauche die Fähigkeiten eines Debatteurs (ich kenne die Regeln einer Debatte)
  • und ich habe das Bewusstsein dafür, wenn ich etwas weiterverbreite.

Shakuntala Banerjee (ZDF) ergänzt: „es kommt auch darauf an, wer sich wieviel Zeit nimmt und wer sich wie schnell mitreißen lässt.“

Klingt plausibel und hilfreich und empfohlen wird für Schulen z. B. das Projekt: Journalismus macht Schule (darüber hatte ich im letzten Oktober mal berichtet: https://medienkompetenz-macht-schule.info/2019/10/01/journalismus-macht-schule/)

Was bedeutet Medienkompetenz eigentlich genau?

Digitalcourage e. V. untersucht den Begriff „Medienkompetenz“ und definiert seine Bedeutung. Besonderer Fokus liegt dabei auf dem Datenschutz aber auch auf der kritischen Reflexion der Funktionsweisen der IT und des Internets und welche Rolle Schulen, Eltern und Regierung dabei als Vorbilder spielen. Nicht zuletzt wird der nette Begriff „smart“ hinsichtlich Überwachung und Marketing hinterfragt: https://digitalcourage.de/blog/2020/datenschutz-als-medienkompetenz

„Ein Drittel der deutschen Schüler sind digitale Analphabeten.“

Aufschlussreicher Artikel, wie es um die Medienkompetenz von Jugendlichen in Deutschland steht. Demzufolge geht es auch um Partizipation und Gesellschaft: https://www.deutschlandfunk.de/digitale-analphabeten-warum-schueler-in-deutschland-auf.724.de.html?dram:article_id=469899&utm_source=pocket-newtab
Informationen zur im Artikel erwähnten ICIL-Studie zur Medienkompetenz von Achtklässlern: https://www.bildungsserver.de/International-Computer-and-Information-Literacy-Study-ICILS–11270-de.html